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Piesel Piepser Funki Light 99,99 Euro: Rezept und Kasse

7 Min. Lesezeit

Piesel Piepser Funki weckt per App, der Classic per Kabel
Bettnässen kostet Nerven. Piesel Piepser Funki vs. Classic: Unterschiede & Rezept zeigt, welche Klingelmaus aus DHDL zu deinem Kind passt.

Piesel Piepser Funki vs. Classic: Unterschiede & Rezept, genau diese drei Punkte wollen Eltern nach dem Auftritt der Klingelmaus in „Die Höhle der Löwen“ wissen. Elke und Marlon Osthoff aus Erkrath standen in Folge 1 der 20. Staffel vor den Investoren, sichtlich nervös und mit drei Jahrzehnten Firmengeschichte im Gepäck. Deshalb klären wir hier, was die kabellose Variante vom Kabelmodell trennt und wie du den Weckapparat über deine Krankenkasse bekommst.

Zunächst kurz zum Prinzip. Ein Piesel Piepser ist ein Weckapparat gegen nächtliches Einnässen, in der Medizin Enuresis nocturna genannt. Ein kleiner Feuchtigkeitsfühler sitzt in der Unterhose und schlägt Alarm, sobald die ersten Tropfen den Stoff erreichen. Dadurch wacht das Kind auf, geht zur Toilette und lernt mit der Zeit, den Harndrang im Schlaf selbst zu bemerken.

Dieses sogenannte Alarmtraining gilt in ärztlichen Leitlinien als Therapie der ersten Wahl, weil es komplett ohne Medikamente auskommt. Die Firma aus Herzogenrath nennt eine Erfolgsquote von 78 Prozent innerhalb von zwölf Wochen. Das ist eine Eigenaussage des Unternehmens und keine unabhängige Studie. Trotzdem passt die Größenordnung zu dem, was Kinderärzte für Klingelhosen und Klingelmatten üblicherweise nennen.

Drei Varianten stehen zur Auswahl: der Funki als Komplettset mit Funk-Empfänger, der Funki Light nur mit Sender und App sowie der Classic mit der bekannten Maus am Kabel. Preislich liegen sie zwischen 99,99 und 184,99 Euro. Alle drei tragen eine Hilfsmittelnummer, also die Kennung, unter der Krankenkassen ein Produkt als medizinisches Hilfsmittel erstatten. Ob der Deal mit den Löwen zustande kam, ist öffentlich nicht bestätigt, für den Alltag mit einem nassen Bett ist das aber ohnehin zweitrangig.

Piesel Piepser Funki vs. Classic: Unterschiede & Rezept im Detail

Der wichtigste Unterschied steckt im Wort Kabel. Beim Classic verbindet ein rotes Kabel den Fühler in der Unterhose mit der Maus-Figur, die per Clip am Schlafanzug auf Schulterhöhe hängt. Beim Funki entfällt das Kabel komplett, denn Sender und Empfänger reden per Bluetooth miteinander. Der Sender wiegt nur 9 Gramm und misst knapp 6 mal 3 Zentimeter, er stört also kaum.

Beim Funki hast du außerdem zwei Empfänger zur Wahl. Entweder nutzt du das mitgelieferte Kästchen mit 87 mal 58 Millimetern, oder dein Smartphone übernimmt den Job über die kostenlose App für iOS und Android. Die App weckt per Vibration und Ton, gleichzeitig landet jedes Ereignis direkt im digitalen Tagebuch. Das ist praktisch für den nächsten Arzttermin, weil du nichts mehr auf Papier nachtragen musst.

Der Funki Light ist im Grunde derselbe Funk-Sender ohne das Empfänger-Kästchen. Das heißt, hier weckt ausschließlich das Handy. Wenn ohnehin ein Smartphone im Kinderzimmer liegt oder du selbst geweckt werden willst, reicht diese Version oft aus.

Der Classic arbeitet dagegen komplett analog. Ein Reset-Stift schaltet die Maus scharf, eine Pausentaste unterbricht den Alarm für 30 Sekunden, und ein Schiebeschalter wählt zwischen Vibration, Ton oder beidem. Ein Vorteil: keine Kopplung, kein Bluetooth-Aussetzer, kein Handy nötig. Ein Nachteil: Das Kabel kann sich beim Drehen im Schlaf lösen oder unangenehm anfühlen.

MerkmalFunkiFunki LightClassic
VerbindungBluetooth, kabellosBluetooth, kabellosKabel
EmpfängerFunk-Kästchen und/oder Appnur App auf dem SmartphoneMaus-Figur am Schlafanzug
AlarmVibration, Ton, App-MeldungVibration und Ton per HandyVibration, Ton oder beides
Digitales Tagebuchja, per Appja, per Appnur Papier-Tagebuch
Batterien1x CR2032, 3x AAA1x CR2032wechselbar, Ersatz im Set
Unterhosen im SetDoppelpack, Größe 98 bis 176im Firmenshop einzeln bestellbarim Firmenshop einzeln bestellbar
Preis im Firmenshop184,99 Euro99,99 Euro126,99 Euro
Rezeptfähigjajaja

So bekommst du die Klingelmaus auf Rezept

Der Weg zur Kostenübernahme ist einfacher, als viele denken. Zunächst gehst du mit deinem Kind zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin. Nächtliches Einnässen gilt ab dem fünften Geburtstag als behandlungsbedürftig, davor sehen Ärzte meist noch keinen Handlungsbedarf. Die Praxis schließt körperliche Ursachen aus und stellt anschließend ein Rezept über einen Weckapparat zur Enuresis-Therapie aus.

Mit diesem Rezept wendest du dich entweder direkt an die Piesel Piepser GmbH oder an ein Sanitätshaus. Weil das Produkt eine Hilfsmittelnummer und eine Pharmazentralnummer (PZN) hat, lässt es sich wie jedes andere Hilfsmittel abrechnen. Die Firma selbst schreibt, dass die Krankenkasse die Kosten „meist“ trägt. Frag also vorher kurz bei deiner Kasse nach, ob sie eine bestimmte Variante bevorzugt oder einen Eigenanteil verlangt.

Ohne Rezept kaufst du im Firmenshop zu den genannten Preisen. Den Classic gibt es zusätzlich über Drittanbieter bei Amazon, dort lag er zuletzt bei etwa 104 Euro plus Versand. Die Funk-Varianten findest du dagegen vor allem im eigenen Shop des Unternehmens.

Ein paar ehrliche Worte zu den Grenzen. Alarmtraining braucht Geduld, denn die ersten Wochen sind für alle Beteiligten anstrengend. Außerdem muss das Kind mitmachen wollen, sonst wird der Alarm einfach überhört. Als Alternativen gibt es Klingelmatten, die unter dem Laken liegen, sowie Klingelhosen anderer Anbieter, die ebenso auf Rezept erhältlich sind. Ein Gespräch in der Praxis hilft dir, das passende System für euren Alltag zu finden.

Der Pitch bei Die Höhle der Löwen und häufige Fragen

Elke Osthoff (66) und Marlon Osthoff (63) wollten in Folge 1 der Jubiläumsstaffel 100.000 Euro für zehn Prozent ihrer Firmenanteile. Vor ihnen saßen Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Neu-Löwe Andreas Herb. Als Elke Osthoff vor Aufregung kurz den Faden verlor, reagierte Frank Thelen verständnisvoll und nannte die Show „eine sehr, sehr große Bühne“.

Einige Investoren räumten offen ein, nicht die richtigen Partner für ein Medizinprodukt mit Kassenabrechnung zu sein. Danach entstand nach Aussage des Senders eine „überraschende Idee“. Ob daraus ein Deal wurde, ist öffentlich nicht bestätigt. Die Folge lief am 7. September bei VOX, sieben Tage vorher stand sie bereits auf RTL+ zum Abruf bereit.

Welche Variante passt zu welchem Kind?

Für kleinere Kinder, die sich viel im Schlaf drehen, ist der Funki wegen des fehlenden Kabels meist angenehmer. Der Classic passt dagegen, wenn kein Smartphone im Kinderzimmer sein soll oder das Budget knapp ist. Der Funki Light ist die günstigste Funk-Lösung, sofern ein Handy als Empfänger zur Verfügung steht.

Wie lange dauert das Training?

Die Firma nennt zwölf Wochen als Zeitraum, in dem 78 Prozent ihrer Kunden dauerhaft trocken werden. Ärzte empfehlen üblicherweise, mindestens acht bis zwölf Wochen durchzuhalten, bevor du die Methode wechselst. Wichtig ist, dass jede Nacht im Tagebuch landet, damit die Praxis den Verlauf beurteilen kann.

Ab welchem Alter kommt der Piesel Piepser infrage?

Alarmtraining beginnt in der Regel frühestens mit fünf Jahren. Die Unterhosen im Funki-Set starten bei Größe 98 bis 104, das entspricht ungefähr drei bis vier Jahren. Ob ein Start sinnvoll ist, entscheidet trotzdem die Kinderarztpraxis.

Bekomme ich Ersatzteile und Unterhosen nach?

Ja, Fühler, Kabel, Batterien und die passenden Unterhosen lassen sich einzeln über das Kontaktformular der Firma bestellen. Die Batterien sind bei allen Varianten wechselbar, deshalb landet der Weckapparat nicht nach der ersten Entladung im Müll. Ob deine Kasse auch Zubehör erstattet, klärst du am besten direkt mit dem Sachbearbeiter.

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